Nicht unsere Welt

Wir begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Nicht unsere Welt

In der ersten Strophe des Liedes „Was ich tief im Herzen trage“ heißt es:
„Was ich tief im Herzen trag, wohl kein Auge sieht…“

Was mag wohl den Dichter Hermann Engelhardt bewogen haben, Texte wie diesen niederzuschreiben?

Wenn wir uns etwas aufschreiben, überlegen wir, was wir damit zum Ausdruck bringen wollen.
Vor allem dann, wenn es sich um Herzensangelegenheiten handelt – so wie der Dichter in dem Lied.
Wir beschäftigen uns intensiv damit und stellen eine Verbindung dazu her.

Es gibt Tage und Monate, in denen wir uns in besonderer Weise unseren Verstorbenen beschäftigen.
Was verbindet uns mit ihnen, von welchen Erlebnissen wissen wir noch?
Haben wir uns vielleicht in der Vergangenheit einmal Notizen angefertigt und können diese nun nachlesen?

Falls nicht, dann ist das kein Problem. Schreiben wir unsere Gedanken einfach jetzt auf.
Wir sind ja verbunden und Erinnerungen sind bestimmt noch da.

Diese Gedanken halten die Hoffnung wach auf das, was man glaubt, wenn man an ein Leben nach dem Tod glaubt.
Wenn man an Gott glaubt, muss man bekennen, dass Gott der Geber der Zeit und er selber Geist ist. Also, seine Welt kann nicht unsere Welt sein. Wir sind demnach Teil seiner Welt und nicht umgekehrt. Darum unterliegt Gott nicht unseren Gesetzmäßigkeiten und somit auch nicht der Zeit.

Wir glauben auch daran, das Gott einmal alles vereinen wird.
Was wir nicht sehen, glauben wir dennoch – damit wir einmal sehen werden.

Juli 2021


Es ist keine Errungenschaft des Menschen, liebevoll zu sein.
Vielmehr ist es eine Gnade, ihrer fähig sein zu dürfen.

W. Olm